Der Metro-Knigge: Verhaltensregeln für die Metro in Paris

Paris Metro Knigge Verhaltensregeln

Damit das Zusammenleben von 2 Millionen Menschen auf engem Raum funktioniert, haben sich in Paris mit der Zeit zahlreiche unausgesprochene Verhaltensregeln etabliert. Besonders in der Metro ist es wichtig, sich an diesen „geheimen Kodex“ zu halten, um nicht negativ aufzufallen und Mitreisende aufzuhalten. Was viele Pariser aus dem Effeff beherrschen ist für Touristen jedoch nicht immer selbstverständlich. Deswegen habe ich hier die wichtigsten Verhaltensregeln für die Metro in Paris aufgelistet.

Regel 1 – Links gehen, rechts stehen!

Paris Rolltreppe Metro

Paris ist eine Weltstadt, in der alles schnell gehen muss. Selbst beim Rolltreppenfahren können die Pariser nicht ein paar Sekunden lang ruhig stehen bleiben – schrecklich. Um den gestressten Stadteinwohnern nicht im Weg zu stehen, sollte man sich deshalb auf den Rolltreppen in den Metrostationen immer rechts hinstellen. So können die Personen, die es eilig haben, links überholen – ein bisschen so wie auf der Autobahn. Wer sich links hinstellt und den Weg blockiert muss mit einem genervten „Pardon!“ rechnen. Um es kurz zu fassen: links gehen, rechts stehen!

Regel 2 – Die Strapontins

Strapontin Metro Paris mal anders

Mit „Strapontins“ bezeichnet man die aufklappbaren Sitze in den Stehbereichen der Metrowagons. Diese Strapontins kann man jederzeit benutzen, insofern die U-Bahn leer und genügend Platz vorhanden ist. Steigen aber viele Passagiere hinzu und wird es im Stehbereich enger, sollte man aufstehen und den Sitz hochklappen, sodass alle Passagiere genügend Platz haben. Einige Touristen verharren jedoch auf ihren Sitzplätzen, bis sie von anderen Fahrgästen dazu aufgefordert werden aufzustehen. Ein unangenehmes Verhalten, das nicht gerne gesehen wird. Steht deshalb einfach unaufgefordert auf, sobald es in der Metro etwas voller wird und ihr verscherzt es euch nicht mit den Parisern!

Regel 3 – Nicht drängeln!

Paris Metro Streik Rush Hour Voll

In der Metro kann es zur Rush Hour ganz schön voll werden. Es steigen mehr Leute ein und bevor er es merkt, steht der deutsche Tourist auf der entgegensetzten Seite der Tür und fragt sich, wie er bei der nächsten Metrostation aus dem Zug kommen soll. Der arme deutsche Tourist wird von Panik erfasst. Er hat Angst, seine Station zu verpassen und versucht sich bereits während der Fahrt bis zur Tür durchzudrängeln. Dieses Verhalten ist ein absolutes No Go, das mit bösen Blicken und Bemerkungen bestraft wird, zumal es in einer vollen U-Bahn eh unmöglich ist, sich durchzudrängeln. Die unausgesproche Regel lautet hier: Man wartet bis der Zug an der Station anhält und sagt dann laut „Pardon!“. Daraufhin stellen sich die anderen Passagiere auf die Seite oder verlassen kurz den Wagon, um aussteigenden Personen den Weg frei zu machen. Falls ihr auf den Bahnsteig wartet und in ein volle U-Bahn einsteigen wollt, gilt eine ähnliche Regel: Erst warten, bis alle Passagiere ausgestiegen sind und erst dann den Zug betreten.

Regel 4 – 3,2,1… Meins!

Paris mal anders Metro Smartphone Handy Paris

Wer einen Sitzplatz in der Nähe der Türen findet, sollte sein Handy auf jeden Fall in der Hosentasche stecken lassen. Jedes Jahr gibt es nämlich in der U-Bahn ganze 2100 von sogenannten „vol à l’arraché“, d.h. Diebstähle, bei denen den Opfern das Handy aus der Hand gerissen wird – Das sind knapp 7 pro Tag! Meistens warten die Täter auf den Signalton kurz vorm Schließen der Türen und greifen dann zu. So hat das Opfer nicht mehr die Möglichkeit, den Wagon zu verlassen und den Täter zu verfolgen. Aufgepasst! Diese Überfälle finden auch in den Gängen der Stationen statt. Achtet also immer auf eure Wertgegenstände, wenn ihr in den Metrotunneln unterwegs seid.

Regel 5 – Amélie Poulain, die 1000ste.

Paris Metro Strassen Musiker

Wer schon einmal in Paris war, weiß das viele Straßenmusiker in den Metrostationen und in den Zügen spielen. Jedes Jahr vergibt die RATP (Gesellschaft der öffentlichen Verkehrsmittel in Paris) zahlreiche Genehmigungen, die es ausgewählten und talentierten Musikern erlaubt, ihre Kunst zu praktizieren. Allerdings gelten diese Genehmigungen nur für die Gänge der Metrostationen. Mit oder ohne Genehmigung ist es verboten, innerhalb der Wagons zu spielen. Ein Verbot an das sich viele „Künstler“ leider nicht halten. Mittlerweile ist es sogar so schlimm, dass man auf einigen Linien kaum mehr ungestört fahren kann. Für Einwohner von Paris ist dieses Phänomen zu einer echten Qual geworden: Jeden Morgen müssen sie sich im Halbschlaf das Akkordeon-Lied aus dem Film Amélie Poulain anhören. Zugegeben, einige dieser Künstler sind talentiert. Dennoch sollte man, um diese illegale Praktik nicht zu unterstützen (und aus Respekt vor den armen Parisern), den Artisten in den Wagons kein Geld geben.

 

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