15 unglaubliche Fakten über den Louvre

Aktualisiert am: Donnerstag, 4. Mai 2017
Louvre in Paris

Welche interessanten Fakten gibt es über den Louvre zu berichten? Das größte Museum der Welt hat eine lange Geschichte. Der Grundstein des heutigen Louvres wurde bereits 1190 gelegt und auch wenn die meisten der jährlich 9 Millionen Besucher nur Augen für die Mona Lisa und ihr bezauberndes Lächeln haben, so gibt es eine ganze Reihe von spannenden Geschichte und Anekdoten, die sich in den letzten Jahrhunderten in diesem berühmten Museum abgespielt haben. Welche dieser Storys sind außergewöhnlich skurril und gruselig? Welche Zahlen und Fakten über den Louvre sind besonders interessant? Hier sind 15 interessante Fakten über den Louvre in Paris.

Tipps für den Louvre

Dieser Artikel beschäftigt sich mit interessanten Fakten über den Louvre. Falls ihr Tipps für die Besichtigung des Museums sucht, solltet ihr euch meine Artikel Infos zum Louvre oder Eintrittspreise und Öffnungszeiten des Louvre anschauen. Ebenfalls interessant: Die Wartezeiten in Paris und am Louvre.

15 Skurrile Fakten über das Louvre-Museum

1. Es gibt drei Louvre-Museen auf der Welt

Louvre in Lens

Seit 2012 gibt es einen zweiten Louvre in Lens. Dieser „Louvre II“, wie er auch genannt wird, sieht allerdings ganz anders aus als sein berühmtes Vorbild in Paris. Es handelt sich dabei um eine moderne Galerie, die im Rahmen dieses Projektes neu gebaut wurde. Das Highlight des Museums ist die „Galerie du Temps“ (die Galerie der Zeit), in der wichtige Kunstwerke in chronologischer Reihenfolge präsentiert werden. Der Louvre Lens hat keine Dauerausstellung, die ausgestellten Werke ändern sich in regelmäßigen Abständen. Meistens handelt es sich dabei um Leihgaben aus dem Pariser Museum. Das berühmteste Werk, das in Lens ausgestellt wurde, ist „La Liberté guidant le peuple“von Eugène Delacroix. Ende 2017 wird in Abu Dhabi sogar noch eine drittes Louvre-Museum eröffnet. Architekt des Museums ist Jean Nouvel, der schon das Musée du Quai Branly entworfen hat.

2. Der Louvre: Startpunkt der „Axe historique“

Historische Achse Weg des Triumphs Paris

Der „Axe Historique“ (auf deutsch: die „historische Achse“) ist eine Sichtachse, die vom Louvre-Museum bis hin zur Grande Arche de la Défense führt (der „Triumphbogen“ im Geschäftsviertel La Défense). Wer die 5 Kilometer lange Gerade zu Fuß abläuft, kommt an zahlreichen bekannten Pariser Sehenswürdigkeiten vorbei: Die Achse führt vom Louvre über die Pyramide des Louvre, den Park Jardin des Tuileries, die Place de la Concorde, das Pariser Riesenrad, die Champs-Elysées und den Triumphbogen bis hin zur Grande Arche de la Défense. Nicht schlecht, oder? Kein Wunder, dass die Franzosen sie gelegentlich auch „La Voie triomphale“ nennen. Auf deutsch: der „Weg des Triumphs“!

3. Die Mona Lisa wurde gestohlen

Louvre 1911 Mona Lisa
Die Mona Lisa, wie sie 1911 im Louvre zu sehen war.

Das berühmteste Kunstwerk des Louvre wurde schon mehrmals gestohlen. Die letzte Entführung der Dame mit dem mysteriösen Lächeln fand 1911 statt: Vincenzo Peruggia, verkleidet als Reinigungskraft, versteckte sich kurz vor Schließung des Louvre mit einem Komplizen in einer Abstellkammer. Am frühen Morgen kamen die beiden Diebe aus ihrem Versteck, hüllten die Mona Lisa in ein Laken und verließen dann ungestört das Museum. Für die Pariser war der Diebstahl ein Drama: Sie hatten „ihre“ Mona Lisa verloren. Zahlreiche Leserbriefe, in denen die Pariser der „Joconde“ ihre Liebe erklärten, wurden in den Zeitungen veröffentlicht und man flehte die Diebe an, das berühmte Gemälde zurückzugeben. Doch die Mona Lisa tauchte erst zwei Jahre später in Florenz wieder auf. Einer der Diebe bot das Bild einem Kunsthändler in Florenz zum Verkauf an. Der erkannte das berühmte Gemälde natürlich sofort und alarmierte die Polizei. So fand das Porträt der Lisa Gherardi wieder seinen Weg zurück in das Museum an der Seine. Dort hängt sie nun wieder seit 1914 – und hoffentlich auf unbestimmte Zeit.

4. Legende: Belphégor oder das Geheimnis des Louvre

Belphegor Phantom Gespenst Geist Louvre

Zu den interessanten Fakten über den Louvre gehört natürlich auch die Legende des Belphégor. Denn was wäre ein Schloss ohne ein Schlossgespenst? Als der Louvre zum Museum wurde, entstand auch die Legende, dass es dort einen Geist gibt… Beweisen konnte es bis jetzt jedoch niemand! Die Legende von Belphégor, dem Phantom des Louvre, diente auch als Inspiration für die in den 60er-Jahren in Frankreich sehr beliebte TV-Serie „Belphégor ou Le Fantôme du Louvre“. Der Erfolg der Serie war so groß, dass sich Reporter sogar über Nacht in den Louvre einsperren ließen, um einen Blick auf das Gespenst zu erhaschen. Die Schauspieler der Serie wurden auf offener Straße angesprochen: „Wer oder was zum Teufel ist Belphégor?“ – jeder wollte des Rätsels Lösung wissen! Auch wenn die Serie nicht im Louvre gedreht wurde (die Säle des Museums wurden in Studios nachgebaut) war der Vierteiler ein Riesenerfolg. Vier Wochen lang versuchte ganz Frankreich das Rätsel von Belphégor zu lösen. Im Jahr 2000 kam der Film “Belphégor, le fantôme du Louvre” ins Kino. Der Erfolg blieb dieses Mal allerdings aus!

5. Die Pyramide des Louvre – das Werk des Teufels?

Pyramide Louvre Teufel 666

Hat der Teufel beim Bau der großen Glaspyramide des Louvre mitgewirkt? Viele Verschwörungstheoretiker sind davon überzeugt. Insgesamt sollen es nämlich 666 Glasteile sein, die die Pyramide des Louvre schmücken, die heute als Haupteingang dient. Bekanntlich handelt es sich dabei natürlich um die Zahl Satans. Die Zahl ist tatsächlich in den Dokumenten aufgetaucht, die bei der Planung des Kunstwerks zum Einsatz kamen. Allerdings kamen Sie nur in frühen Bauplänen der Pyramide vor. Es wurde mittlerweile nachgewiesen, dass es nicht 666, sondern 673 Glasteile sind, die bei der Konstruktion verbaut wurden. Keine Angst also, falls ihr den Louvre besichtigt und das Museum durch den Haupteingang betretet: Es ist nicht das Tor zur Hölle.

6. Nicht eine, sondern fünf Pyramiden im Louvre

Fünf Pyramiden vom Louvre

Apropos Pyramide des Louvre: Es befinden sich nicht eine, sondern fünf Pyramiden im Vorhof des Louvre. Wer sich bei in der sogenannten „Cour Napoléon“ ein bisschen genauer umschaut, wird schnell bemerken, dass drei kleinere Pyramide die große, zentrale Pyramide umgeben. Die Funktion dieser kleinen Pyramide ist es, einige Bereiche im Innenbereich des Museums mit genügend Licht zu versorgen. Doch wo ist die fünfte Pyramide? Die letzte der fünf Pyramiden ist ein invertierte Pyramide, die sich in der Galerie unter dem Haupteingang befindet. Diese Pyramide spielt eine entscheidende Rolle im Film und Buch „Sakrileg / The Da Vinci Code“. Was es genau mit dieser Pyramide auf sich hat, will ich euch aber nicht verraten.

7. Die Mona Lisa ist ganz klein

Mona Lisa im Louvre in Paris

Wie reagieren die meisten Besucher, wenn sie zum ersten Mal in ihrem Leben das berühmteste Kunstwerk der Welt sehen, dessen Rätsel seit Jahrhunderten die Welt beschäftigt, für unzählige Verschwörungstheorien verantwortlich ist und das vollendetste Werk des Genies Leonardo da Vinci ist? „Aaaah!“, „Ooooh!“, „Unglaublich!“? Nein, ganz und gar nicht. Die übliche Reaktion ist: „Och, die ist ja ganz klein.“ Irgendwie komisch, oder? Doch auch wenn sie keine perfekten Maße von 90-60-90 aufweisen kann, hat es die Mona Lisa mit ihren 77 x 53 Zentimeter doch ziemlich weit geschafft. 77 x 53? Ja, Das „größte“ Kunstwerk der Welt ist kleiner als ein A2-Blatt.

8. Der Louvre: Museum oder Festung?

Ursprünglich war der Louvre eine kleine Festung, die zum Schutz der westliche Schutzmauer von Paris diente. Karl der V. entschied sich im 14. Jahrhundert dazu, den Sitz seiner Macht in diese Festung zu verlegen, die mit den Jahren immer weiter ausgebaut wurde. Einer seiner Nachfolger, Henri IV, ließ dann in den Seitenflügeln des Palastes Künstlerateliers einrichten. Und so fand der Louvre langsam seine endgültige Bestimmung. 1682 ließ der Sonnenkönig Ludwig der XIV. dann den Versailles-Palast ausbauen. Der lächerlich kleine Louvre entsprach nämlich ganz und gar nicht seiner „Aura“ (und seinem überdimensionierten Ego). Bis zum Ende der Revolution verwahrloste dann der Louvre. Erst danach wurde er zu einem Museum.

9. Fakten… und Zahlen

Wartezeiten Warteschlangen Anstehen am Louvre in Paris

Neben den Fakten zum Louvre sind auch folgende Zahlen interessant: Der Louvre ist in aller Hinsicht nämlich das größte Museum der Welt: Die Fläche des Museum beträgt ganze 210.000 m² – das entspricht in etwa 30 Fußballfeldern. 38.000 Werke sind ausgestellt, wobei die Sammlung des Louvre mehr als 554.000 Kunstgegenstände zählt. Ein Tag reicht nicht aus, um alles anzuschauen: Verbringt man vor jedem Kunstwerk 30 Sekunden, dauert es knapp 13 Tage à 24 Stunden, bis man alle Ausstellungsstücke gesehen hat. Berücksichtigt man die Öffnungszeiten, muss man knapp 39 Tage im Louvre verbringen. Bei 15 € Eintritt geht das ganz schön ins Geld. Auch in Sachen Besucherzahlen ist der Louvre ein Museum der Superlative: Jedes Jahr drängen sich 9 Million Besucher vor der Mona Lisa. Das sind knapp 25.000 pro Tag – 5000 mehr als der Eiffelturm. Keine Wunder, dass die Wartezeiten am Louvre im Sommer bis zu drei Stunden betragen.

10. 66% französische Werke

Der Franzose, ein Chauvinist? Wenn man sich den Louvre anschaut, könnte man das denken. Der Louvre ist in verschiedene Abteilungen unterteilt. Von den insgesamt 38.000 Werken, die man im Louvre bewundern kann, sind 7500 Gemälde. Erstaunlicherweise stammen 66% dieser Gemälde von französischen Künstlern. Und das, obwohl 70 % der Besucher aus dem Ausland kommen.

11. Der Louvre: Die Schatzkammer der Nazis

Der Medici Zyklus von Rubens Louvre Nazis

Als die Nazis sich daran machten, Frankreich zu erobern, begann im Louvre ein riesiges Unterfangen. Es wurde alles getan, damit die Nazis nicht in den Besitz der Kunstwerke des Louvre kamen. So wurden Tausende von Kunstwerken und Gemälden in mehr als 40 (!) Lastwägen geladen und in zahlreichen Schlössern in ganz Frankreich versteckt… Als die deutschen Soldaten dann in Paris ankamen, war der Louvre wie leergeräumt: Nur die Statuen, die zu schwer für einen Transport waren, standen noch einsam in den Räumen des Museums. Nichtsdestotrotz haben die Nazis den Louvre als Lager für konfiszierte Kunstwerke genutzt. Diese sollten an den Führungsstab des Regimes verschenkt werden – nicht jedoch die Werke von Künstlern, die als verrückt angesehen wurden, wie Picasso oder Dali. Deren Werke wurden an private Sammler verkauft.

12. Die Mona Lisa in Napoleons Schlafzimmer

Napoleon war schon immer wie besessen von dem Gemälde des italienischen Genies Leonardo da Vinci. Um so viel Zeit wie möglich in Gegenwart der Dame mit dem schönen Lächeln zu verbringen, ließ er die Mona Lisa einfach in seinem Schlafzimmer aufhängen, dass sich zu dieser Zeit im Tuileries-Palast befand. Vier Jahre lang hing sie dort und wachte auf den Schlaf des großen Herrschers. Als 1804 Napoleon an die Macht kam, fand das Gemälde seinen Weg zurück in den Louvre.

13. Napoleon wollte den Louvre nach sich selbst nennen

Louvre Krönung Napoleons David Gemälde

1802 ließ Napoleon das Louvre-Museum nach sich benennen. Unter ihm wurde der Louvre / das “Musée Napoléon” zum größten Museum der Welt. Napoleon ließ im Louvre mehr als 5000 neue Kunstwerke ausstellen, die er während seiner Streifzüge durch Europa und Ägypten erbeuten konnte. Der Einfluss Napoleons ist auch heute noch spürbar. So heißt der Vorplatz vor der großen Pyramide „Cour Napoléon“. Auch das imposante, 10 x 6 Meter große Bild seiner Krönung („Die Krönung Napoleons“, von David) hängt heute noch im Louvre.

14. Das Phantom: der klein rote Mann der Tuileries

Kleiner roter Mann Tuileries Legende Louvre

Neben Belphégor gibt es noch ein weiteres Phantom, das im Louvre bzw. im Tuileries-Garten sein Unwesen treibt: der kleine rote Mann der Tuileries. Eine interessante Geschichte: Es soll sich bei diesem Gespenst um den Geist eines gewissen Neuvilles handeln – ein etwas zu neugieriger Hofbediensteter – der von Katharina von Medici ermordet wurde. Der kleine Mann schwor vor seinem Tod Rache und erschien in den darauffolgenden Jahren mehrmals der Königin – in roten, blutverschmierten Kleidern. Das Phantom erschien auch der Königin Marie-Antoinette, kurz vor der Revolution und dem Ende der Monarchie. War sein Erscheinen ein schlechtes Omen für die Herrscher Frankreichs? Es sieht ganz danach aus, denn auch Napoleon sah mehrmals den kleinen roten Mann. Er berichtet sogar in seinen Memoiren über ihn … Und verlor kurz darauf die Schlacht von Waterloo. Als der Tuileries-Palast 1871 abbrannte, sah man am Fenster, inmitten der Flammen, einen kleinen Mann mit roter Kleidung. War es das Phantom? Fakt ist: Seitdem ist der kleine roten Mann der Tuileries keinem französischen Herrscher oder Präsidenten mehr erschienen. Zumindest hat es keiner zugegeben.

15. Einige der bekanntesten Werke der Welt hängen im Louvre

Louvre Die große Odaliske Ingres

Neben dem oben erwähnten Gemälde „Die Krönung von Napoleon“ ist die Mona Lisa natürlich das bekannteste Werk im Louvre. Doch das Museum an der Seine ist auch das Zuhause von zahlreichen anderen Meisterwerken: Weltweit bekannt sind zum Beispiel das „Radeau de la Méduse“ von Géricault, „La Liberté guidant le Peuple“ von Eugène Delacroix, die berühmte Statue der Venus von Milo oder auch die „Die große Odaliske“ von Ingres – ihr nacktes Hinterteil ist mindestens so bezaubernd wie das Lächeln der Mona Lisa.

Weitere interessante Fakten

Weitere skurille Fakten über Paris findet ihr in den Artikeln 10 interessante Fakten über den Eiffelturm, 10 unglaubliche Fakten über die Guillotine, 10 skurille Fakten über die Metro und 10 außergewöhliche Fakten über Paris.

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