Taschendiebe in Paris und in der Metro: So schützt ihr euch!

Taschendiebe haben in Paris einfaches Spiel. Sie nutzen den Tumult in der Metro und vor den Sehenswürdigkeiten aus, um ihre Opfer um ihre Wertgegenstände zu erleichtern. Nur ein kleiner Moment Unaufmerksamkeit reicht aus und schon ist das Handy oder das Portemonnaie weg. Doch Paris ist nicht Rom oder Barcelona – zwei Städte, die sehr stark unter diesem Problem leiden – und mit ein paar einfachen Tipps kann man sich effektiv vor diesen Dieben schützen, die in Paris „Pickpockets“ genannt werden. In diesem Artikel stelle ich euch die am häufigsten verwendeten Tricks der Taschendiebe in Paris vor und verrate euch einfache Tipps, mit denen ihr euch dagegen schützen könnt. Taschendiebe in Paris suchen sich oftmals leichte Beute aus. Wer entsprechend vorbereitet ist, hat dementsprechend nichts zu befürchten und kann sich auf einen entspannten Urlaub in der Stadt der Liebe freuen.

Taschendiebe in Paris: die üblichen Tricks

Um Touristen zu sensibilisieren, hat die Polizei von Paris vor einigen Jahren folgendes Video veröffentlicht, dass ihr euch unbedingt anschauen solltet. Die bekanntesten Tricks der Taschendiebe in Paris werden darin vorgestellt.


Paris en toute sécurité (anglais) – Guide to… par prefecturedepolice

Taschendiebe in Paris am Geldautomat

Diebstähle an Geldautomaten sind selten, kommen aber gelegentlich vor, sodass man – wie in jeder Großstadt – beim Geldabheben ein wenig vorsichtig sein sollte. Der neueste Trick besteht darin, eine Metallschiene über den Schlitz zu kleben, aus dem die Geldscheine kommen. Das Geld bleibt dann beim Abheben hinter dieser Schiene stecken.

Während die Opfer dann in die Bank gehen, um den Mitarbeitern das Problem zu erklären, schleicht sich der Taschendieb an und entfernt die von ihm angebrachte Metallschiene. Das Geld dahinter steckt er natürlich auch ein. Schaut euch vor dem Geldabheben immer den Automaten an. Kommt euch etwas komisch vor, solltet ihr einen anderen Geldautomaten aufsuchen.

Taschendiebe Paris Geldautomat

Der Trick, der in diesem Video vorgestellt ist, ist ein anderer. Hier versuchen zwei Taschendiebe eine Person abzulenken, die gerade Geld vom Automaten abhebt. Die linke Person versucht dabei, das Opfer in ein Gespräch zu verwickeln, während die andere Person die Bankkarte einsteckt. Lasst euch also am Bankautomaten nicht ablenken und betretet gegebenenfalls die Filiale – innen gibt es oftmals weitere Geldautomaten.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme solltet ihr natürlich auch immer seine Hand über die Tastatur legen, wenn ihr euren Geheimcode eingibt. Sollte euch ein Taschendieb die Kreditkarte klauen, kann er damit nichts anfangen.

Darüber hinaus sollte man sein Geld lieber tagsüber als abends oder nachts abheben, und vorzugsweise in einer Bankfiliale. Sollte es einen Zwischenfall geben, könnt ihr euch sofort an das Personal wenden.

Auf den Terrassen: Handy nicht auf den Tisch legen!

Unzählige Wertgegenstände werden jeden Tag auf den Terrassen der Pariser Kaffees geklaut. Das Leben in Paris spielt sich viel mehr auf den Straßen ab als in Deutschland und deswegen sind die Terrassen der Kaffees und Restaurants zu jederzeit gut besucht – eine wahres Eldorado für Taschendiebe.

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Meistens sind die Tische und Stühle so angeordnet, dass man mit dem Rücken zum Café sitzt – schließlich will man sich ja die vorbeigehenden Personen anschauen und ein wenig über sie lästern! Da die Bürgersteige in Paris aber in der Regel sehr eng sind, kommen diese vorbeigehenden Fußgänger oftmals sehr nah an den Tischen vorbei. Legt deshalb nie euer Portemonnaie, euren Fotoapparat, das Handy oder andere Wertgegenstände auf den Tisch. Taschendiebe nutzen diesen Fehler eiskalt aus und schnappen sich bei einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit das Handy. Bevor ihr irgendetwas merkt, ist es meistens leider schon zu spät.

Jacke und Handtasche nicht an die Lehne des Stuhls hängen

Falls ihr euch nach einer anstrengenden Besichtigung auf einer Terrasse eine kleine Kaffeepause gönnen wollt, solltet ihr nie eure Jacke oder die Handtasche an die Lehne des Stuhls hängen. Die Terrassen sind in Paris sehr schmal, sodass man mit dem Tischnachbarn oft Rücken an Rücken sitzt. Die Person hinter euch kann also ganz einfach in eure Tasche greifen und sich den Geldbeutel schnappen.

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Vor Familien und anderen Touristen, die auf der Terrasse sitzen, muss man sich natürlich nicht fürchten. Seid ihr jedoch alleine und es setzt sich eine einzelne Person direkt mit dem Rücken zu euch auf die Terrasse, sollte die Alarmglocken läuten! Als Mann sollte man deshalb sein Portemonnaie nicht in der Jackentasche aufbewahren und es lieber in die vordere Hosentasche stecken. Frauen sollten ihre Handtasche auf den Schoß nehmen und sie auf keinen Fall aus den Augen lassen.

Für Männer: Portemonnaie nicht in die hintere Tasche stecken

Viele Männer in Deutschland bevorzugen es, das Portemonnaie in der hinteren Hosentasche aufzubewahren. Auch das sollte man in Paris nicht machen, Taschendiebe warten nur auf solche Situationen. Besonders in den Warteschlangen der Sehenswürdigkeiten, in denen Körperkontakt oft nicht zu vermeiden ist, schlagen die Diebe ganz besonders gern zu.

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Gleiches gilt für die Metro: Während der Hauptverkehrszeit kann es etwas voller sein, sodass sich vor allem in der Eingangszone und an den Drehkreuzen Schlangen bilden. Für Diebe ist das Klauen der Brieftaschen dann ein echtes Kinderspiel. Steckt euer Portemonnaie in Paris lieber in die vordere Hosentasche – da ist es sicher.

Muss man auch auf das Gepäck aufpassen?

In dem Video kann man sehen, wie einer Person das Gepäck in der Metro und einer anderen ein Gepäckstück aus dem Kofferraum eines Busses gestohlen wird. Ich habe es ehrlich gesagt noch nie erlebt oder auch noch nie gehört, dass jemandem ein Gepäckstück geklaut wurde. Dies ist also eher eine Ausnahme. Trotzdem solltet ihr ein wenig aufpassen, insbesondere wenn ihr mit kleinen Gepäckstücken unterwegs seid, da man diese leichter entwenden kann. Falls ihr einen großen Koffer habt, der 15 Kilo wiegt, müsst ihr euch keine Sorge machen – weit wird der Dieb damit nicht kommen.

Unterschreibt nicht auf Listen!

Pickpockets Paris Unterschriften Listen

In meinem Survival Guide über die Touristenfallen in Paris habe ich bereits über die Unterschriftensammler berichtet. Es handelt sich dabei um junge Mädchen, die sich als taubstumm ausgeben und mit einem Zettel in der Hand Touristen ansprechen. Mit einer Unterschrift und einer Spende sollen Touristen dann einen wohltätigen Zweck unterstützen. Taubstumm sind die Mädchen ganz und gar nicht und auch die Organisation, für die sie das Geld einsammeln, gibt es nicht – vielmehr landet es in ihren eigenen Taschen! Aufgepasst: Während ihr unterschreibt, versuchen die anderen Mädchen, die um euch herum stehen, in eure Tasche zu greifen.

Taschendiebe in der Metro

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Jeden Tag nutzen 5 Millionen Fahrgäste die Pariser Metro – und auch wenn es 14 (+ 2 kleine) verschiedene Linien und mehr als 300 Metrostationen gibt, kann es zur Stoßzeit sehr voll und auch sehr eng sein. Genau dann sind auch die Taschendiebe vor Ort, um sich unbemerkt im Durcheinander an ihrer Opfer heranzumachen. In der Metro gilt: Immer aufmerksam sein, insbesondere, wenn es etwas voller ist oder ihr euch im Eingangsbereich einer Metrostation in der Nähe einer bekannten Sehenswürdigkeiten befindet.

Wie erkennt man die Taschendiebe?

Die meisten Taschendiebe in Paris stammen aus Osteuropa, insbesondere aus dem rumänischen oder bulgarischen Raum. Sie werden von den Franzosen als „Rom“ bezeichnet – in Deutschland würden man zu ihnen eher „Zigeuner“ oder „Roma“ sagen. Oft sind es sogar Kinder bzw. junge Männer und Frauen, die als Gruppe auftreten. Das heißt natürlich nicht, dass alle Taschendiebe aus dieser Region stammen (und auch nicht, dass alle „Rom“ Taschendiebe sind), doch oftmals trifft diese Beschreibung leider zu.

In der Metro benutzen sie eine einfache Technik: Kurz bevor sich die Türen der Metro schließen, drängen sie sich als Gruppe in einen bereits vollen Wagon. Dabei suchen sie den Körperkontakt zu den Fahrgästen (der sich auch nicht vermeiden lässt) und nutzen diese Gelegenheit, um ahnungslosen Reisenden in die Tasche zu greifen. Sie gehen dabei oftmals so schnell vor, dass unvorbereitete Reisende keine Chance haben. Beobachtet natürlich auch immer euer Umfeld: Verhält sich eine Person auffällig oder unruhig, kann dies darauf hindeuten, dass es sich um einen Taschendieb handelt.

Auf die Handtasche achten!

Dass offene Handtaschen Taschendieben das Spiel ganz schön erleichtern, ist nichts Neues. Trotzdem sieht man jeden Tag junge Frauen, die ganz leichtsinnig mit offener Handtasche die Metro nehmen. Oft kann man sogar genau sehen, was sich in der Handtasche befindet: ein Handy, ein Portemonnaie, eine kleine Puderdose, Lippenstift, ein Spiegelchen usw. Taschendiebe können hier in aller Seelenruhe aussuchen, was sie klauen möchten und den perfekten Augenblick abwarten. Die Handtasche sollte in den öffentlichen Verkehrsmitteln immer geschlossen sein – nicht nur in Paris, sondern überall auf der Welt.

Nicht mit dem Handy spielen

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In der Pariser Metro sollte man nicht mit seinem Handy in der Nähe der Türen spielen. Trotzdem machen es weiterhin viele Fahrgäste. Oftmals sind diese Personen dabei so in ihre Beschäftigung vertieft, dass sie die Taschendiebe, die kurz vor dem Schließen der Tür angerannt kommen, nicht bemerken. Die Diebe reißen ihnen das Handy aus der Hand und dann hat man keine Chance mehr – die Türen sind zu! Jedes Jahr finden in der Metro in Paris mehr als 2.100 dieser sogenannten „vol à l’arraché“ statt. Es handelt sich dabei um Diebstähle, bei denen den Opfern ein Gegenstand aus der Hand gerissen wird. Aufpassen sollte man auch, falls man dem Dieb hinterherläuft. Vor einigen Jahren ist ein armes Opfer während einer Verfolgungsjagd unglücklich in den Treppen der Metro gestürzt und tödlich verunglückt … iPhone 6 hin oder her – es lohnt sich nicht.

Aufmerksam sein in den Drehkreuzen und beim Ticketkauf

Um die Drehkreuze der Metro zu passieren, braucht man einen Metro-Fahrschein. Es kommt oftmals vor, dass Schwarzfahrer Fahrgäste vor den Drehkreuzen ansprechen und sie fragen, ob sie mit ihnen durch das Drehkreuz gehen können. Um zu zweit durch die Schranke zu kommen, muss man dicht aneinander stehen, wie ihr auf dem Bild sehen könnt.

Taschendiebe in der Metro in Paris

Einige dieser Schwarzfahrer haben jedoch eine Zweitbeschäftigung als Taschendieb und nutzen die Großzügigkeit der Fahrgäste aus, um sie zu beklauen. Da man beim Passieren der Drehkreuze eng aneinander steht, ist es nämlich ganz einfach, in die Taschen oder Handtasche der anderen Person zu greifen.

Nicht einschlafen!

Auch wenn dieser Hinweis ein wenig skurril klingen mag: Es schlafen jeden Morgen Fahrgäste auf den Bahnsteigen der Metrostationen ein. Oftmals handelt es sich dabei um junge Leute, die gerade von einer Party zurückkommen und in den Stationen auf die erste Metro warten. Diese Alkoholleichen sind einfache Opfer für Taschendiebe. Hier können sie sich regelrecht in den Taschen des tief schlafenden Opfers bedienen, ohne dass die Person auch nur das Geringste merkt. Ausgehen in Paris? Ja, auf jeden Fall! Aber wenn ihr bis in frühen Morgenstunden feiert, bitte nicht auf Stühlen der Metrostationen einschlafen!

„Attention aux Pickpockets!“ – Achtet auf die Durchsagen in der Metro

Die Taschendiebe sind oftmals einfach zu erkennen. Wie ich es oben erklärt habe, handelt es sich in vielen Fällen um junge Leute aus dem Osten Europas. Die Fahrer der Metrozüge wissen das natürlich auch und warnen die Fahrgäste, wenn sie so eine Bande auf den Bahnsteigen sehen. Oftmals werden sie auch von der Videoüberwachungszentrale oder dem Schalter am Eingang der Metrostation informiert. Die Durchsage des Fahrers klingt dann in etwa so: „Attention aux pickpockets dans la dernière voiture!“ („Achtung, Taschendiebe im letzten Wagon!“). Auch wenn euer Schulfranzösisch mit der Zeit ein wenig rostig geworden ist – beim Wort „Pickpocket“ solltet ihr hellhörig werden und auf eure Wertsachen achten.

Gibt es viele Taschendiebe in Paris? Und wie kommen die Pariser damit zurecht?

Ich wohne mittlerweile schon elf Jahre in Paris und wurde noch nie beklaut. Ich kenne aber bestimmt einige Leute, denen so ein Malheur passiert ist. Die Situationen waren dabei ganz unterschiedlich. Eine Bekannte wurde zum Beispiel Opfer eines dieser „vol à l’arraché“. Ein anderer Freund konnte am Ausgang der Metrostation seine Brieftasche einfach nicht mehr finden. Und eine Mitbewohnerin war mit einer Einkaufstasche aus Stoff (ein „modischer Handtaschenersatz“, wie sie sagte) in der Metro unterwegs und hat sich dann irgendwann über das geringe Gewicht ihres Beutels gewundert: Ein Taschendieb hatte mit einem Messer die Tasche aufgeschlitzt und ihre Schlüssel und das Portemonnaie rausgenommen.

Wie ihr seht, kann so etwas tatsächlich passieren. Angst muss man aber keine haben. Paris ist diesbezüglich nicht gefährlicher als andere Großstädte. Ich fühle mich keineswegs unsicher und vermeide deswegen auch keine Orte, an denen viele Touristen sind oder an denen viel Betrieb ist. Natürlich könnten dort mehr Taschendiebe unterwegs sein. Aber wenn ihr aufmerksam seid, suchen die sich schnell andere, „einfache Opfer“. Millionen Menschen nutzen jeden Tag die Metro zur Hauptverkehrszeit, ohne dass ihnen dabei etwas entwendet wird.

Wenn es in der Metro etwas voller ist oder ich mich in der Nähe der bekannten Sehenswürdigkeiten aufhalte, passe ich halt gegebenenfalls ein bisschen mehr auf. Meistens reichen einfach nur gesunder Menschenverstand und ein bisschen Misstrauen. Die bekanntesten Tricks der Taschendiebe in Paris habe ich in diesem Artikel erläutert – ihr seid also bestens vorbereitet, wenn ihr den Beitrag gelesen habt!

Bilder: Die hier gezeigten Screenshots stammen alle aus dem oben eingebetteten Video der Pariser Polizei / Préfecture de Police.

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