Grande Arche in La Défense: die neue Dachterrasse

Aktualisiert am: Dienstag, 6. Juni 2017
Grande Arche La Defense (2)

Das Dach der Grande Arche in La Défense war sieben Jahre lang geschlossen und ist nach umfangreichen Renovierungsarbeiten seit dem 1. Juni 2017 wieder zugänglich. Ich habe die Dachterrasse sofort am Tag der Eröffnung besichtigt, um euch hier einen Bericht schreiben zu können. Wie ihr ins Geschäftsviertel La Défense kommt, was euch auf der Dachterrasse der Grande Arche erwartet, ob sich die Besichtigung lohnt und was man noch in La Défense machen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Geschichte der Grande Arche

Durch den früheren französischen Präsidenten François Mitterrand wurde der Auftrag zum Bau der Grande Arche im Jahr 1984 gegeben. Der Bau dauerte insgesamt fünf Jahre. François Mitterrand war in den 1980er Jahren dafür bekannt, dass er durch zahlreiche enorme Bauwerke das Stadtbild von Paris deutlich mitgeprägt hat. François Mitterrand wollte das Bauwerk dieses Triumphbogens, als dritten großen optischen Aspekt nach dem Louvre und dem Arc de Triomphe setzen. Sein Vorhaben war es „die Ausfluchtung und die Markierung der historischen Achse durch ein wichtiges monumentales Bauwerk“ zu erbauen. Zusammen mit dem Arc de Triomphe, den Champs-Elysées und der Pyramide im Carrousel du Louvre bildet der Grand Arche die sogenannte „historische Achse“, eine 5 Kilometer lange Sichtachse, die quer durch Paris führt.

Für den Entwurf der Grande Arche, zu deutsch großer Bogen, waren Paul Andreu und vor allem Johan Otto von Spreckelsen zuständig. Die Erlosung zum Entwerfen des Bauwerks erfolgte durch einen internationalen Wettbewerb, bei dem sich der Däne Johan Otto von Sprechkelsen im Jahr 1983 gegen 425 andere Teilnehmer durchsetzte. Zur 200 Jahrfeier der Französischen Revolution erfolgte am 14. Juli 1989 die Eröffnung des Grande Arche. Der im Jahr 1929 geborene von Sprechkelsen erlebte die Einweihung seine Grand Arche nicht mehr. Er starb 1987 im dänischen Hoersholm.

Die Architektur der Grand Arche

Grande Arche La Defense (3)

Die Grand Arche hat eine Höhe von 110,9 Metern, eine Breite von 106,9 Metern und eine Länge von 112 Metern. Die Gebäudekanten der äußeren und inneren Fassade bilden die Form eines Tesserakts, eines vierdimensionalen Hyperwürfels. Als Material für die Fassade wurden Carraramarmor und Glas verwendet. Die eigentliche Gebäudekonstruktion besteht aus Stahlbeton, um einen einwandfreien und lange andauernden Stand des Grand Arche zu gewährleisten. Allein für die Tragkonstruktion aus vorgespanntem Stahlbeton wurden 125.000 Kubikmeter Beton verwendet.

Die Süd- und Nordwände haben eine Breite von circa 19 Metern und werden in 25 Etagen aufgeteilt. Neben dem französische Ministerium für Städte- und Wohnungsbau und einer internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, beherbergt das Bauwerk auch noch diverse Büro- und Konferenzräume. Das wolkenähnliche, weiße Segel „les nuages“, welches zudem in der Höhe verstellbar ist, setzt einen hervorragenden Kontrast zum gewaltigen Torwürfel.

Besichtigung des Daches der Grande Arche

Um zur Grande Arche zu kommen, müsst ihr die Metrolinie 1 oder den RER A bis La Défense nehmen. Achtung: Die RER-Station liegt in Zone 3, wobei die Metrostation noch in Zone 2 ist. Falls ihr also nur ein Ticket für die Zonen 1-2 habt, solltet ihr die Metro nehmen.

Grande Arche La Defense (1)

Folgt dann einfach den Schildern „Grande Arche“, um aus der riesigen unterirdischen Station rauszukommen. Sobald ihr die Station verlassen habt, werdet ihr vor euch die beeindruckende Grande Arche sehen. Auch der riesige Vorplatz ist äußerst beeindruckend!

Grande Arche La Defense Dach Dachterrasse (2)

Der Eingang für die Auffahrt auf die Dachterrasse befindet sich direkt unter dem „weißen Segel“.Nachdem ihr euer Ticket gelöst habt, geht es in einem kapselförmigen Aufzug nach oben.

Dachterrasse La Défense Aufzug

Die Wartezeiten sind sehr gering und ihr müsst hier nicht lange warten, bis ihr einen Aufzug nehmen könnt. Oben angekommen wird euch eine Begleiterin bis zur Aussichtsterrasse führen.

Das Wetter war am Tag meiner Besichtigung besonders gut. Es waren keine Wolken in Sicht und man konnte sowohl Paris als auch die Stadt Nanterre (wo das Geschäftsviertel La Défense ist) sehr gut erkennen.

Grande Arche La Defense Dach Ausblick

Grande Arche La Defense Dach Dachterrasse (4)

Richtung Osten blickt ihr auf Paris, wo man den Eiffelturm und den Triumphbogen sehen kann.

Bürotürme La Défense Paris Geschäftsviertel

Wer Richtung Westen schaut, kann sich die Umgebung von Paris anschauen und die hohen Bürotürme, die typisch für La Défense sind. Die Aussichtsterrasse ist wirklich riesig und man kann hier ungestört Fotos machen.

Aussichtsplattform Grande Arche La Défense

A propos Fotos: Im Stockwerk unter der Dachterrasse sollen wechselnde Ausstellungen zum Thema Fotojournalismus stattfinden.

Grande Arche La Defense Dach Restaurant

Wie in jeder Sehenswürdigkeit gibt es auch in der Grande Arche ein Souvenir-Geschäfts und eine Snackbar, die zum Zeitpunkt meines Besuches (Tag der Eröffnung) noch nicht geöffnet waren. Wer möchte, kann ebenfalls in einem schicken Restaurant essen. Habt ihr euch alles angeschaut, könnt ihr dann wieder den Aufzug nach unten nehmen.

Fazit

Ich versuche immer objektiv (oder positiv, wenn mit etwas sehr gut gefallen hat) über die Sehenswürdigkeiten in Paris zu berichten, da die Geschmäcker aller Besucher unterschiedlich sind. Wenn ich jedoch extrem enttäuscht bin, dann sage ich das aber auch. Und leider ist dies der Fall mit der Grande Arche!

Sie ist mit dem Eiffelturm, dem Montparnasse-Turm, der Dachterrasse von den Galerie Lafayette, dem Pantheon, dem Triumphbogen, dem Centre Pompidou, den Türmen von Notre-Dame, dem Sacré-Coeur und vielen weiteren Orten der gefühlt hundertste Aussichtspunkt von Paris. Das wäre nicht so schlimm, wenn der Ausblick interessant wäre, doch das ist er leider nicht. Die versprochene tolle Sicht auf die Champs-Elysées, die auf den Plakten in der Metro beworben wird, ist recht enttäuschend. Auch der Eiffelturm ist nur ganz klein in der ferne zu sehen und das Büroviertel mit seinen Türmen bzw. die Vorstadt Nanterre kann nicht wirklich überzeugen. Von unten sieht es besser aus! Auch den Blick auf die Champs-Elysées kann man vom Eingang der Grande Arche schon genießen.

La Défense Geschäftsviertel (1)

In dem Stockwerk unter der Dachterrasse sollen Kunst- und Fotoausstellungen stattfinden – als ob es davon in Paris nicht schon genug geben würde. Nichts gegen Kunstausstellungen – ganz im Gegenteil – doch man hätte sich schon etwas Originelleres ausdenken können, um Besuchern etwas Neues zu bieten. Vor der Schließung 2010 befand sich in der Grande Arche ein Museum für Computer und Videospiele. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch zumindest war es etwas Außergewöhnliches. Schade, dass es dieses Museum nicht mehr gibt. Darüberhinaus gibt es auf der Grande Arche ein schickes Restaurant und eine genauso überteuerte Snackbar – wie immer halt.

Das Schlimmste sind allerdings die hohen Eintrittspreise: 15 € werden für die Auffahrt verlangt. Am Tag der Eröffnung war die Ausstellung umsonst – ansonsten kostet diese noch einmal 4 € extra. Kein Wunder, dass die Angestellten alle überfreundlich waren.

Zwei positive Punkte möchte ich dennoch erwähnen: Das Gebäude an sich und seine Geschichte sind sehr interessant. Auch die Auffahrt in den Kapselförmigen Aufzügen und die kleinen Plätze unterhalb des Daches mögen interessant sein

Ebenfalls in La Défense: Das Kaufhaus Quatre-Temps

Kaufhaus Quatre-Temps in La Défense

Falls man nach der Besichtigung der Grande Arche in „Shopping-Stimmung“ ist, empfiehlt es sich, das Einkaufszentrum Quatre Temps aufzusuchen, dessen Eingang sich auf dem Parvis de la Défense, dem großen Platz vor der Grande Arche befindet. Das Einkaufszentrum ist sicherlich nicht das schönste von Paris, aber definitiv eines der größten. Der entscheidende Vorteil von Quatre-Temps ist, dass es auch am Sonntag geöffnet ist, was dazu führt, dass es am Wochenende von vielen Pariser aufgesucht wird. In Paris selbst sind an diesem Tag nämlich viele Geschäfte geschlossen. Kleinere Boutiquen sucht man hier allerdings vergeblich. Im Quatre-Temps sind hauptsächlich große Ketten vertreten – darunter allerdings auch einige französische, die es nicht unbedingt in Deutschland gibt.

Öffnungszeiten Grande Arche

Die Grande Arche ist jeden Tag von 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise Grande Arche

Der Eintritt in die Grande Arche kostet 15 €. Kinder bis einschließlich 18 zahlen 7 €, Studenten 19-26 Jahre 10 €. Senioren und Personen mit Behinderung können das Dach für 12 € besichtigen.

Wer zusätzlich noch die Fotoausstellung besichtigen möchte, muss in allen Fällen 4 € mehr zahlen.

Lage / Metro Grande Arche


Die Grande Arche liegt im Geschäftsviertel La Défense und ist am besten mit der RER oder der MEtro zu erreichen. In beiden Fällen müsst ihr an der Station „La Défense“ aussteigen. Aufgepasst: die RER-Station liegt in Zone 3, die Metro Station ist Zone 2. Wer nur ein Metroticket für Zone 1-2 hat, muss also die Metro nehmen.

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