Speedboot fahren in Paris | Mit Vollgas auf der Seine

Speedboot Speed Boat Seine Paris

In meinem Artikel Bootsfahrten in Paris habe ich euch die verschiedenen Anbieter von Sightseeingfahrten auf der Seine vorgestellt. Ein Angebot sticht dabei ganz besonders heraus: die Speedboot-Fahrt. Als ich diese Tour entdeckte, war ich begeistert. Man kann auf der Seine Speedboot fahren? Das ist doch mal was! Ich habe den Anbieter daraufhin natürlich sofort kontaktiert, um mit ihm eine Testfahrt zu vereinbaren. Ich war gespannt… Hält die Tour, was sie verspricht?

Die Speedboot-Fahrt auf der Seine

Treffpunkt für diese besondere Bootsfahrt war das Seine-Ufer in der Nähe des Place de la Bastille, wo der sympathische Xavier uns mit seinem Speedboot erwartete. Die Boote, die für diese Touren eingesetzt werden, wurden von der britischen Royal Navy entwickelt, um Kommandos an Land zu setzen. Etwas zweckentfremdet kommen sie nun auch in Paris zum Einsatz. Die technischen Daten: 450 PS und 70 km/h Spitze!

Da man innerhalb von Paris nicht mit voller Geschwindigkeit fahren darf, ging es erstmal ein paar Minuten in gedrosseltem Tempo die Seine aufwärts. Während der Fahrt verriet uns Xavier Interessantes zu den Sehenswürdigkeiten am Ufer, wie z.B. die Brücke Pont Charles de Gaulle, die in Leichtbauweise konzipiert wurde. Damit sie aufgrund ihres geringen Gewichts bei starken Winden nicht aus ihrer Verankerung gerissen wird, hat man sie in Form eines umgekehrten Flügels gebaut, um nicht Auftrieb, sondern Abtrieb zu erzeugen. So „drückt“ sie sich bei stürmischem Wetter automatisch nach unten.

Speedboot fahren in Paris
Das Seine-Ufer Quai de la Gare. Im Hintergrund die Bibliothèque Francois Miterrand.

Nach der nächsten Brücke wurde es dann ernst – Wir waren jetzt im sogenannten „High-Speed-Becken“ angekommen. Xavier bat uns, von nun an und für die nächsten 15 Minuten „auf keinen Fall mehr aufzustehen“. Dann drehte er seine Baseball-Mütze um und schon ging es los – Vollgas!

Die Beschleunigung der 450 PS starken Motoren presste uns in unsere Sitze, und nach wenigen Sekunden ging es bereits mit 70 km/h über die Gewässer der Seine. Nach der ersten Geraden und einer scharfen Kurve fuhren wir wieder zurück, diesmal in Schlangenlinie – ein Gefühl (fast) wie auf der Achterbahn! Die nächsten 15 Minuten haben einfach nur Spaß gemacht: Wir fuhren Haarnadelkurven mit einer Schräglage von 45°, langgezogene Schikanen in hohem Tempo, und natürlich gab es dazwischen immer wieder High Speed-Passagen. Wer sich darunter nichts Genaues vorstellen kann, sollte sich mein Video anschauen:

Nach 15 Minuten, die wie im Flug vergingen, war der Spaß dann auch leider schon wieder vorbei. In langsamem Tempo und mit neuer Stromlinienfrisur fuhren wir zurück zur Anlegestelle.

Die Fahrt war ein tolles Erlebnis und ist etwas komplett anderes als die klassischen Bootsfahrten auf der Seine – Paris mal anders halt! Wer nach der Besichtigung des Eiffelturms und vor dem Abendessen in Montmartre ein bisschen Nervenkitzel sucht, sollte dieses Angebot genauer unter die Lupe nehmen. Besonders interessant ist die Tour natürlich, wenn man mit Freunden unterwegs ist, oder z.B. als Überraschung für die Kinder. Die zahlen dann auch nur den halben Preis!

Sightseeingfahrt auf der Seine

Paris Speed bietet auch Kombitouren an. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Speedboot-Fahrt und klassischer Seine-Rundfahrt. Nach dem Hochgeschwindigkeitsteil steigt ihr dabei in ein anderes Boot um, um Paris und den Canal Saint-Martin in entspanntem Tempo zu erkunden. Anders als bei großen Anbietern werden diese Touren in kleinen Booten durchgeführt, was ihnen einen viel persönlicheren Charakter verleiht. Der Pilot ist dabei gleichzeitig Stadtführer und verrät euch während der Fahrt spannende Geheimnisse über die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Praktische Informationen

Wie ihr auf dem Video sehen könnt, ist die Tour auch für Kinder geeignet. Sicherheit sollte kein Problem sein: Alle 12 Passagiere bekommen einen Sitzplatz und müssen eine Schwimmweste tragen. Laut der Website des Anbieters sind Boot und Passagiere versichert, und es liegen alle notwendigen Genehmigungen vor.

Wer sich für eine Speedboot-Fahrt entscheidet, sollte sich eher praktisch kleiden – also mit Jeans und festem Schuhwerk. Man sollte auch eine Windjacke dabei haben, da der Fahrtwind bei 70 km/h – auch im Sommer – nicht zu unterschätzen ist. Im Winter würde ich mich so dick wie möglich anziehen. Kleinere Taschen sind auch kein Problem: Ich hatte einen Rucksack dabei, den ich neben meinen Füßen verstauen konnte. Es wäre auch möglich gewesen, ihn verkehrt herum auf dem Bauch zu tragen.

Etwas unpassend gekleidet war die Pariserin, die auf dem Video hinter mir zu sehen ist. Sie trug ein knappes Dior-Kleid, nagelneue Ballerinas und hatte eine 300 €-Longchamp-Handtasche dabei (die dann ganz vorne auf dem Boot verstaut werden musste, um nicht nass zu werden). Um in das Boot zu gelangen, muss man vom Kai rückwärts eine 2-3 Meter hohe Leiter herunterklettern. Das knappe Kleid war dabei natürlich etwas unglücklich. Die Männer, die bereits auf dem Boot waren, hat das jedoch nicht gestört – sie haben die Aussicht genossen.

Tickets

Tickets für die High Speed-Fahrt bekommt ihr über die Website Paris Speed. Die Kombifahrt  kann hier gebucht werden.

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