Sommer-Geheimtipp für Paris: das Seine-Ufer „Quai de la Gare“

Unter der Führung von Bertrand Delanoe (Pariser Bürgermeister von 2001 bis 2014) hat die Stadt Paris zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Lebensqualität in der französischen Hauptstadt zu verbessern. So wurden auf den Straßen z.B. Bus- und Fahrradspuren eingerichtet, um die Benutzung des Fahrrads und der öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern. Im Rahmen dieser „Verbesserungsarbeiten“ wurden seit ca. 2010 auch Teile des Seine-Ufers für Autos gesperrt und in Fußgängerzonen umgewandelt. Besonders geglückt ist das Experiment am Seine-Ufer Quai de la Gare. Wo es vor einigen Jahren nur das Schwimmbad Joséphine Baker gab, findet man heute zahlreiche Cafés und Restaurants. In den Sommermonaten locken diese saisonalen Lokale (die teilweise nach dem Sommer wieder abgebaut werden) mit attraktiven und großzügigen Terrassen im Strandbar-Look. Während die meisten Touristen und Pariser auf dem schönen, aber mittlerweile viel zu vollen Stadtstrand Paris-Plages aufeinanderhocken, kann man am Quai de la Gare den Sommer so richtig schön genießen – Urlaubsfeeling pur! (2016: Die Restaurants/Bars auf dem Quai de la Gare sind nach dem Hochwasser wieder bis Ende September 2016 geöffnet.)


Wo befindet sich der Quai de la Gare?

Der Quai de la Gare (bzw. das „Bahnhof-Ufer“) ist ein ca. 800 Meter langer Kai, der sich von der Metrostation Quai de la Gare (Linie 6) bis hin zum Pont de Tolbiac erstreckt.


Das Freizeitangebot auf dem Quai de la Gare

Das erste Restaurant, auf das man stößt, wenn man auf den Pier hinuntergeht, ist Bob’s Burger, ein Hamburger-Restaurant. Wer keine Lust auf kalorienreiches Fast-Food hat, kann auf der „Sitzsack-Terrasse“ auch nur ein kleines Glas Rotwein zu sich nehmen.

Bob Best of Burgers Quai de la Gare

Daneben befindet sich La Paillote, ein Lokal, das mit seiner Piratendeko aus Palmen und Strandkörben an eine Beachbar erinnert. Zu den angebotenen Mahlzeiten zählen bretonische Galettes und süße Crêpes. Erstaunlicherweise halten sich die Preise – trotz der phantastischen Lage – in Grenzen. Für ein Bier (4 €) und eine einfache Galette (7 €), die mit einem riesigen Stück Brot serviert wurde (so wie es in Frankreich üblich ist), haben wir insgesamt nur 11 € gezahlt. Wer noch einen süßen Crêpes (ca. 3-4 €) als Nachtisch nimmt, kommt mit 15 € für eine komplette Mahlzeit hin – also deutlich weniger als das, was man in einem Restaurant im Zentrum zahlen würde. Außerdem muss man sich hier den Quadratmeter nicht mit 4 anderen Touristen teilen!

La-Paillote Quai de la Gare Paris 1

La Paillote Quai de la Gare Paris 2

La Paillotte Galette

Falls es doch nur ein Glas Rotwein sein soll, könnt ihr euch in einen der zahlreichen Liegestühle setzen und den Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe, die Metro und das Wirtschaftsministerium genießen.

Seine Ufer Liegestühle Quai de la Gare

Neben La Paillotte: die Schischa-Bar Baody.

Baody Shisha Bar Paris

Direkt neben der Bar Baody liegt das Freibad Joséphine Baker. Ein ganz besonderes Schwimmbad, über das ich in einem anderen Artikel schon berichtet habe. Die Anlage befindet sich auf einer Art schwimmender Plattform, die am Ufer vertaut ist. Das Highlight des Schwimmbads ist das Sonnendeck, auf dem man sich in großzügigen Liegen und bei einer fabelhaften Aussicht auf die Seine bräunen lassen kann. Einmalig! Eintrittspreis: 5 € für 2 Stunden.

Schwimmbad Joséphine Baker Paris Quai de la Gare

Ein paar Meter weiter befindet sich eine weitere Beachbar mit Liegestühlen. Dann kommt Le Petit Bain, eine Art Hausboot, das in einen Konzertsaal umgebaut wurde. In der Rooftop-Bar auf dem Oberdeck kann man es sich tagsüber mit einem frischen Bier bequem machen. Zu späterer Stunde geht es dann ins Unterdeck, wo regelmäßig Partys und Konzerte stattfinden. Das Programm findet ihr auf der Website des Petit Bain.

Bar Quai de la Gare Seineufer

Petit Bain Quai de la Gare Paris

Gegenüber von Le Petit Bain: La Vagalame, ein afrikanisch angehauchtes Lokal. Hier kann man Cocktails, Getränke und exotische Speisen kosten.

La Vagalonde Quai de la Gare

Die letzte Bar auf dem Quai de la Gare ist La Dame de Canton. Dabei handelt es sich um ein alte chinesische Dschunke, die am Seine-Ufer vertaut ist und in einen Konzertsaal umgewandelt wurde. Tagsüber kann man seinen Durst im daneben liegenden Pavillon löschen oder das besondere Ambiente des Seine-Ufers auf einem der zahlreichen Liegestühle genießen.

La Dame de Canton Paris

La Dame de Canton Paris Pavillon

Etwas weiter weg liegt dann noch das Batofar, ein sehr bekannter Pariser Nachtclub, der sich auf einem alten Leuchtturm-Boot befindet. Wer die Tanzfläche unsicher machen will, findet hier das Party-Programm.

Batofar Paris Seineufer Quai de la Gare


Geheimtipp für den Sommer in Paris

Der Besuch des Quai de la Gare lohnt sich besonders im Sommer, da einige der Lokale im Winter abgebaut werden. Man kann zum Beispiel am Nachmittag das Schwimmbad Joséphine Baker besuchen und anschließend in einer der Bars das typische französische Apéritif zu sich nehmen – das Apéro, wie die Franzosen sagen. Wer nicht konsumieren möchte, kann auch sein eigenes Picknick mitbringen und sich ein gemütliches Plätzchen auf den breiten Ufern suchen.

In den Monaten Juli und August sind viele Pariser im Urlaub, sodass es an den Wochenend-Nachmittagen nicht so voll ist, wie ihr auf den Bildern sehen könnt (Mitte Juli 2015). Abends herrscht dann etwas mehr Andrang. Unter der Woche ist am Spätnachmittag auch etwas mehr los, da es sich bei den Seine-Ufern um eine beliebte Afterwork-Location handelt.

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