Parken in Paris

Das Parken in Paris kann sich als ganz schön kompliziert erweisen. Wer mit dem Auto anreist, sollte sich unbedingt im Voraus über die verschiedenen Parkmöglichkeiten erkundigen, um vor Ort keine unangenehme Überraschung zu erleben. Parkplätze am Straßenrand sind nämlich rar und zudem auch sehr teuer. In diesem Artikel findet ihr Informationen zu den verschiedenen Parkmöglichkeiten in Paris (Parkhaus, Straßenrand, Gebühren usw.). Außerdem verrate ich euch am Ende des Artikels einige wichtige Informationen, die ihr beachten solltet, wenn ihr mit dem Auto nach Paris kommt.

Sicher Parken in Paris

Parken im Parkhaus in Paris

Die sicherste Parkmöglichkeit ist das Parkhaus. Es gibt in Paris eine große Anzahl von Parkhäusern, doch da die Preise sehr unterschiedlich ausfallen können und die Parkhäuser nicht unbedingt einfach zu finden sind, sollte man sich im Voraus über die Gebühren erkundigen und seinen Stellplatz am besten bereits vor Antritt der Reise online reservieren. Dies geht mittlerweile ganz einfach über die Webseiten der drei großen Parkhausanbieter in Paris:

Parkhaus Parking de Paris

Parkings de Paris: Über Parkings de Paris könnt ihr einen Stellplatz in über 70 Parkhäusern in der Hauptstadt reservieren. Es gibt also garantiert auch einen Stellplatz in der Nähe eures Hotels. Die beiden Pluspunkte: Die Website ist auf Deutsch verfügbar und eure Parklücke ist fest reserviert, auch wenn bei eurer Ankunft das Parkhaus als „voll“ angezeigt ist. Meiner Erfahrung nach findet ihr hier die günstigsten Parkplätze.

Parkplatz Paris Indigo Park

IndigoPark (früher VINCI Park): Eine Alternative zu Parking de Paris sind die mehr als 100 Parkhäuser von IndigoPark. Der Anbieter ist etwas teurer, dafür ist die Auswahl noch größer. Euren Parkplatz in Paris könnt ihr auf der Webseite des Anbieters, die allerdings nur auf Englisch verfügbar, online reservieren. (Es gibt zwar auch eine deutsche Website, über die man jedoch keine Parkplätze in Paris reservieren kann.)

Parkhaus Paris Saemes

Saemes: Ein weiterer Anbieter ist Saemes, bei dem man einen Stellplatz in über 80 Parkhäusern reservieren kann. Die Webseite listet jedoch auch einige Parkhäuser von Parkings de Paris auf, sodass die reale Anzahl ein wenig geringer sein sollte. Auch diese Webseite ist nur auf Englisch verfügbar.

Parken am Hotel in Paris

Eine Parkmöglichkeit, an die viele Besucher nicht denken, ist der hoteleigene Parkplatz. Leider haben außer denen der großen Ketten nicht sehr viele Hotels in Paris eigene Parkplätze. Trotzdem lohnt es sich, kurz beim Hotel nachzufragen, da einige Etablissements über ein Kontingent in nahe gelegenen Parkhäusern verfügen und diese teilweise zu etwas günstigeren Tarifen anbieten können.

Privatparkplätze in Paris mieten

Seit Kurzem habt ihr auch die Möglichkeit, in Paris Privatparkplätze zu mieten. Dabei handelt es sich um leer stehende Parkplätze von Hotels oder Privatpersonen. Gegen ein Entgelt stellen euch diese Firmen und Personen ihre Parkplätze zur Verfügung. Diese Variante ist in vielen Fällen billiger als ein Stellplatz im Parkhaus.

Privatparkplatz Paris Parkadom

Vermittelt werden diese Parkplätze über „Parkplatz-Sharing“-Webseiten, die nach dem gleichen Prinzip wie z. B. von AirBnB funktionieren. Marktführer in diesem Bereich ist in Frankreich die Website Parkadom, über die Hunderte von Parkplätzen in Paris gemietet werden können. Allerdings gibt es diese Seite leider nur auf Französisch. Eine deutschsprachige Alternative mit etwas weniger Auswahl ist Mobypark.

Am Straßenrand parken

Ich empfehle es nicht, sein Auto in Paris am Straßenrand zu parken. Autos werden in Frankreich nämlich eher als Nutzgegenstand angesehen und nicht „Statussymbol“, wie es in Deutschland der Fall ist. So sind Kratzer an Pariser Autos keine Seltenheit und man benutzt auch gerne mal die Stoßstange des Vorder- oder Hintermanns als Einparkhilfe. (Mehr dazu am Ende des Artikels in den wichtigen Informationen.)

Solltet ihr euer Auto in Paris auf der Straße parken wollen, müsst ihr wissen, dass dies unter der Woche sehr teuer ist. Diese Möglichkeit eignet sich eigentlich nur an Wochenenden oder Feiertagen, wenn das Parken auf der Straße umsonst ist.

Parkplatz Paris Strassenrand

Euer Auto dürft ihr nur auf Stellplätzen abstellen, die weiß umrandet sind. Achtung! Unter der Woche (9 Uhr bis 20 Uhr) dürft in nur maximal 2 Stunden am Straßenrand parken.

Parken auf Lieferparkplätzen

Es gibt in Paris auch eine ganze Reihe von Lieferparkplätzen, die am Boden mit gelben Linien markiert sind. Privatpersonen können ihre Autos an gewissen Uhrzeiten auch auf Lieferparkplätzen abstellen. Dabei muss man allerdings einige wichtige Regeln beachten:

Lieferparkplatz Paris gestrichelte Linie

Lieferparkplätze mit einer einzelnen gestrichelten Linie: Diese Parkplätze dürfen montags bis samstags zwischen 7 Uhr und 20 Uhr nur von Lieferfahrzeugen genutzt werden. Zwischen 20 Uhr und 7 Uhr morgens sowie an Sonn- und Feiertagen können auch Privatpersonen ihr Fahrzeug auf diesen Parkplätzen abstellen. Falls ihr zum Beispiel am Samstagabend ankommt und am Sonntag oder Montagmorgen wieder abfahrt, könnt ihr euer Auto auf einen Lieferparkplatz abstellen.

Achtung! Nur weil es sich um Lieferparkplätze handelt, heißt das nicht, dass das Parken umsonst ist. Ganz egal, ob ihr auf einem Parkplatz mit gelben oder weißen Linien steht: In beiden Fällen müsst ihr die Parkgebühr bezahlen.

Paris Lieferparkplatz doppelte Linie

Lieferparkplätze mit doppelter gelber Linie: Diese Parkplätze sind reine Lieferparkplätze und dürfen zu keiner Zeit von Privatpersonen benutzt werden. Stellt euer Auto auf keinen Fall auf diesen Parkplätzen ab, sonst kommt der Abschleppdienst!

Preise für das Parken am Straßenrand in Paris

Das Parken auf der Straße in Paris ist montags bis samstags zwischen 9 Uhr und 20 Uhr gebührenpflichtig. Die Parkplätze kosten entweder 4 € pro Stunde (Arrondissements 1 bis 11) oder 2,40 € die Stunde (Arrondissements 12 bis 20). Außerdem dürft ihr einen Parkplatz nur maximal 2 Stunden belegen. Zwischen 20 Uhr und 9 Uhr (Montag bis Freitag), an Sonntagen und an Feiertagen ist das Parken am Straßenrand kostenlos. Dann gibt es auch keine zeitliche Begrenzung.

Wie zahle ich die Gebühr für das Parken am Straßenrand?

Eure Parkgebühr könnt ihr an den Ticketautomaten zahlen, die es eigentlich in jeder Straße gibt. Die Kreditkartenzahlung ist an den Parkscheinautomaten auch möglich.

Parkscheinautomat Ticketautomat Paris

Eine andere praktische Möglichkeit ist das Zahlen per App. Dies geht über die Apps P-Mobile, PaybyPhone oder PayINDIGO. Was P-Mobile angeht: Meldet euch an, gebt die Nummer eures Arrondissements an (oder wählt euren Standort auf der Karte aus) und klickt dann einfach auf „Zahlen“.

Strafen für Falschparken in Paris

Zahlt ihr die Parkgebühr nicht und werdet dabei erwischt, bekommt ihr einen Strafzettel von 17 €. Es wird relativ häufig kontrolliert und ihr solltet immer einen Parkschein lösen, wenn ihr am Straßenrand parkt.

Stellt ihr euer Auto z. B. auf einem Lieferparkplatz mit zwei durchgezogenen Linien oder im Parkverbot ab, besteht die Gefahr, dass es abgeschleppt wird. Die Abschleppdienste sind wirklich blitzschnell vor Ort und innerhalb von 5 Minuten kann das Auto weg sein. Haltet euch unbedingt an die Regeln, auch wenn ihr nur 5 Minuten parkt!

Kostenlos parken in Paris

Bis 2015 war das Parken in Paris im August rund um die Uhr kostenlos. Dies ist jetzt leider nicht mehr der Fall. Fügt man alle oben gelisteten Informationen zusammen, ist das Parken in Paris also nur noch in folgenden Fällen kostenlos:

  • euer Hotel verfügt über einen kostenlosen Parkplatz
  • ihr parkt am Straßenrand zwischen 20 Uhr und 9 Uhr (unter der Woche) oder an Wochenenden oder Feiertagen
  • ihr stellt euer Auto in der Vorstadt ab

Parken im Vorort von Paris

Wenn ihr während eures Paris-Urlaubs ausschließlich die Hauptstadt besichtigt, werdet ihr euer Auto nicht brauchen, da ihr alle Sehenswürdigkeiten mit der U-Bahn erreichen könnt. Es ist also zu überlegen, ob ihr euer Auto nicht kostenlos in einem Vorort abstellt und so das Parkproblem einfach umgeht.

Wenn ihr aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, werdet ihr über den Norden oder den Westen anreisen. Im Norden solltet ihr nicht in der Vorstadt zwischen dem Flughafen Charles de Gaullle und der Stadt Paris parken, sondern ein wenig weiter außerhalb. Orry-la-Ville, Fosses und Chantilly sind z. B. kleine Vorstädte, die sehr ruhig sind und über eine direkte Verbindung mit Paris verfügen. Von Orry-la-Ville (RER-Station „La Borne Blanche“) sind es ca. 45 Minuten bis Gare du Nord bzw. 50 Minuten bis Chatelêt. Kommt ihr aus westlicher Richtung, könnt ihr z. B. in Meaux parken. Näher bei Paris befinden sich die Städte Nogent-sur-Marne oder Saint-Maur-des-Fossés. Von dort aus seid ihr in einer halben Stunde im Zentrum von Paris.

An vielen Bahnhöfen und den RER-Stationen außerhalb von Paris befinden sich größere Parkplätze, wo ihr euer Auto abstellen könnt. Ansonsten könnt ihr auch ein paar Straßen weiter in eine Wohngegend fahren.

Zugegeben, die Variante „in der Vorstadt parken“ ist ein wenig umständlicher, als direkt in Paris zu parken. Auch aus psychologischen Gründen findet nicht jedermann diese Idee gut. Man hat dann nämlich nicht die Möglichkeit, kurz nachzuschauen, „ob mit dem Auto alles o.k. ist“. Wer aber das Geld für ein teures Parkhaus sparen möchte, kann diese Alternative in Erwägung ziehen.

Wichtige Informationen zum Parken in Paris

Statussymbol / Gebrauchsgegenstand

Anders als in Deutschland ist das Auto in Frankreich ein (reiner) Nutzgegenstand. Während wir Deutschen unser Auto hegen und pflegen und am Samstag pünktlich um 8 Uhr morgens – bewaffnet mit Schwamm, Eimer und Staubsauger – die wöchentliche Autowäsche in Angriff nehmen, ist das Auto für den Pariser einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Dementsprechend stört es ihn auch nicht, wenn der Wagen ein paar Schrammen oder Kratzer hat – welche viele Autos in Paris tatsächlich haben.

Besonders beim Einparken wird diese andere Denkweise sichtbar. So schockiert es niemanden, wenn in Paris jemand beim Einparken bis zum Kontakt mit dem Hinterauto zurücksetzt und dann einlenkt und das Vorderauto berührt. Das gehört in Paris einfach dazu. In Deutschland hätten Schaulustige bereits die anderen Autos unter die Lupe genommen und ggf. die Polizei oder irgendeine Versicherung kontaktiert.

Versteht mich nicht falsch: Dieses Verhalten ist nicht systematisch und der Pariser will sich natürlich auch keine Schramme holen. Zudem hat sich das Ganze mit der Einführung von lackierten Stoßstangen und Parkhilfesensoren deutlich verbessert. Trotzdem ist es halt manchmal so eng, dass dem Fahrer keine andere Wahl bleibt.

Wo man in Paris auf gar keinen Fall parken sollte

Aus diesem Grund solltet ihr auf gar keinen Fall in zu kleinen Parklücken parken. Sucht euch immer eine Parklücke, die groß genug ist, damit die anderen Autos beim Ein- und ausparken nicht bis zum Kontakt mit eurem Wagen zurücksetzen müssen.

Ihr solltet auch nicht auf dem Montmartre-Hügel oder irgendeinem anderen Parkplatz am Hang parken. Besonders hier nutzen die Pariser die anderen Autos gerne als Ein- und Ausparkhilfe. Das hangabwärts parkende Auto dient sozusagen als „Stütze“. Beherrscht der Fahrer das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Handbremse nicht richtig, setzt er aufgrund der Neigung auch mal ein wenig schneller zurück, was dann zu einer Beule führen kann.

Mit dem Auto nach Paris – ein gute Idee?

Generell rate ich davon ab, mit dem Auto nach Paris zu fahren, da man seinen Wagen innerhalb der Stadt und aufgrund der günstigen Metropreise einfach nicht braucht. Doch aus rein finanziellen Gründen macht es in einigen Fällen natürlich Sinn, mit dem Auto anzureisen – Flug- oder Zugtickets für eine 4-köpfige Familie können nämlich sehr teuer sein. Trotzdem solltet ihr das ganze durchrechnen. Es fallen Benzinkosten an, Mautgebühren, Parkgebühren und auch der Verschleiß des Autos ist zu berücksichtigen. Rechnet man das alles zusammen, ist es für 2 Personen meistens günstiger und insbesondere stressfreier, mit dem Flugzeug oder der Bahn anzureisen.

Eigenes Auto vs. Mietwagen nach Paris

Wer es trotzdem bevorzugt, mit dem Auto zu kommen, sollte überlegen, ob ein Mietwagen nicht die besser Lösung ist. Oft kriegt man einen Mietwagen bereits ab 30-40 € pro Tag. Berücksichtigt man die Verschleißkosten für die Fahrt, macht es durchaus Sinn, einen Leihwagen zu nehmen. Bucht ihr noch eine Vollkaskoversicherung dazu, ist es auch egal, wenn das Auto mit einer Schramme zurückkommt.

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